Berufsausbildung in Deutschland



Ausbildung









In Deutschland gibt es grundsätzlich zwei Arten von Ausbildungen: die betriebliche und die schulische Berufsausbildung.






Betriebliche Berufsausbildung

Die betriebliche Ausbildung findet im so genannten „Dualen System“ statt. Dieses System beinhaltet die gleichzeitige Ausbildung an den Lernorten Berufsschule und Ausbildungsbetrieb. Das heißt, dass neben der reinen praktischen Ausbildung in einem konkreten Betrieb ein berufsbezogener Unterricht in der Berufsschule stattfindet. Ist die Ausbildung in einem bestimmten Betrieb zu einseitig ausgelegt, gibt es die Möglichkeit der Ergänzung durch die überbetriebliche Ausbildung in anderen Betrieben oder großen Werkstätten der Handwerkskammern.


 

Der Unterricht umfasst in der Regel nicht mehr als zwei Tage in der Woche oder findet in mehreren Unterrichtsblöcken im Jahr statt.

Die Dauer der Ausbildung beträgt im Regelfall drei oder dreieinhalb Jahre, kann aber aufgrund guter Leistungen oder einer besonderen Vorbildung (zum Beispiel Abitur) auf zwei Jahre verkürzt werden.


 

Die Ausbildungssuchenden bewerben sich direkt beim Ausbildungsbetrieb um eine Lehrstelle. Je nach Branche und Arbeitgeber sind bestimmte Schulabschlüsse bevorzugt. Junge Menschen ohne Schulabschluss haben es besonders schwer eine Ausbildungsstelle zu finden.

Die betriebliche Berufsausbildung ist im Berufsbildungsgesetz und in der Handwerksordnung geregelt. Auch das Jugendarbeitsschutzgesetz und die Schulgesetze spielen eine wichtige Rolle.


 

Am Ende der Berufsausbildung werden Abschlussprüfungen vor den zuständigen Berufskammern abgelegt. Man erlangt damit einen anerkannten Berufsabschluss (Gesellen- oder Facharbeiterbrief).


 

                                                                                       Kostmetik.jpg                                                                     Ausbildung zur Kosmetikerin in LeipzigWährend der Berufsausbildung erhalten die Auszubildenden eine Ausbildungsvergütung. Diese ist für die verschiedenen Berufe in unterschiedlicher Höhe tariflich geregelt. Die Höhe der Vergütung kann zwischen 200,00 und 750,00 € variieren.

In der Ausbildung ist man außerdem sozialversichert. In bestimmten Fällen kann eine Berufsausbildungsbeihilfe durch die Agentur für Arbeit gezahlt werden.


 

(Quelle:
Bundesagentur für Arbeit
(Hrsg.): Europaservice Homepage, Online-Publikation, http://www.europaserviceba.de, Stand: 22.09.2005)




Schulische Berufsausbildung

Gewisse Ausbildungsberufe werden in einer staatlichen oder privaten schulischen Ausbildung vermittelt. Zum Teil wird dieser Schulbesuch durch Praktika ergänzt.

Die Dauer der Ausbildung an einer Berufsfachschule variiert zwischen einem und drei Jahren.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch die Fachhochschulreife erworben werden.


 

Für die schulische Berufsausbildung gelten gewisse gesetzliche Regelungen. So werden zum Teil ein bestimmtes Mindestalter und ein mittlerer Bildungsabschluss vorausgesetzt.

Die Bewerbung um einen Schulplatz wird direkt an die Schule gerichtet.


 

Für die Ausbildung mit staatlicher Anerkennung gelten zumeist auf Länderebene festgelegte Ausbildungspläne.


 

Mit Ablegen der staatlichen Abschlussprüfung ist man im Besitz eines staatlich anerkannten Berufsabschlusses.


Für die private schulische Ausbildung muss in der Regel ein mehr oder minder hohes Schulgeld bezahlt werden.

Schüler/-innen haben jedoch, je nach persönlicher Voraussetzung, ein recht auf Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAFöG). In Ausnahmefällen werden jedoch auch hier Ausbildungsvergütungen gezahlt.


 

Im Anschluss an eine Ausbildung besteht die Möglichkeit, eine berufliche Weiterbildung zur Aktualisierung des Wissens beziehungsweise zur Höherqualifizierung zu absolvieren.


 

In den letzten Jahren suchten regelmäßig mehr Jugendliche einen Ausbildungsplatz als Lehrstellen zur Verfügung standen. Aus diesem Grund sind die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und die Schaffung neuer Perspektiven durch die Bereitstellung von Lehrstellen immer mehr zu einem Schwerpunkt der Politik geworden.

Junge Menschen, die keine Lehrstelle bekommen, haben die Möglichkeit, eine außerbetriebliche Ausbildung zu absolvieren. Die außerbetriebliche Ausbildung wird im Rahmen eines staatlich geförderten Programms absolviert.


 

Mehr aktuelle Informationen zur Berufsbildung bietet der jährlich erscheinende Berufsbildungsbericht des Bundesministeriums für Bildung und Forschung: http://www.bmbf.de/de/4237.php


 

Weitere Informationen zur Berufsausbildung findet man auf der Internetseite des Europaservices der Bundesagentur für Arbeit: http://www.europaserviceba.de


 

Weitere Informationen gibt es auf dem Deutschen Bildungsserver:




http://www.bildungsserver.de

(deutsch)




http://www.eduserver.de

(englisch)


 

Weitere hilfreiche Links zu diesem Thema bietet das Europäische Jugendportal: http://europa.eu.int/youth/


 

(Quellen:

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (Hrsg.): Der Berufsbildungsbericht 2005,
    Online-Publikation, http://www.bmbf.de/de/4237.php, Stand: 22.09.2005)